Immer wieder wird man gefragt, ob sich die weite Reise, - immerhin sind es 900km -, wirklich lohnt ? 
Nun, fast jeder der die Faszination dieses Tales einmal erlebt hat, wird diese Frage wohl bejahen, und ich hoffe, dass die Betrachter der folgenden Bilder Lust bekommen, dieses Fleckchen Erde auch einmal besuchen zu wollen.

Es ging also am Samstag morgen schon um 6:00 Uhr los. Frühstück, wie immer, bei MC an der Europatalbrücke, quer durch die Alpen..., rüber zur Adriaküste.. und bis ins Zentrum von Italien in Höhe Rom. Nach knapp 10 Stunden Fahrzeit erreichten wir unser Reiseziel Norcia, am Fuße der Hochebene, in der das kleine Bergdorf Castelluccio immer noch einen Dornröschenschlaf hält. 

Castelluccio die Norcia

Merkwürdige Gestalten und seltsame Pflanzen sind hier zu Hause.

Irgendwie hat man das Gefühl in einer ganz anderen Welt zu fliegen. 
(und garantiert hat man hier im Piano die Mondlandung von Apollo 11 gedreht)
.

Das Piano Grande:
Malerischer kann es dann nicht mehr sein. Der Monte Vettore im Hintergrund wirkt wie ein Scherenschnitt gegen den stahlblauen Himmel, ........ unwirklich...... wie Fliegen auf einem anderen Planeten. 
Das Licht, die Farben, die gesamte Atmosphäre war dieses Jahr nicht zu toppen.

Da alle noch Lust auf einen schönen Abendflug hatten, ging es nach kurzem Aufenthalt zum Fliegen. Der frische SW-Wind ließ noch einen geruhsamen Abendflug mit Hangsoaring zu und vermittelte einen ersten Eindruck von der Gegend. Der Hunger am Abend war entsprechend groß. Ich schätze, dass eine doppelt so große Fliegergruppe nach dem 4-Gänge-Menü ebenfalls satt geworden wäre.

Peter über Castelluccio mit dem "Ersatz-Schirm". Der mit der Post zugeschickte eigene Schirm war Samstag morgen bei der Abfahrt um 6.00 Uhr nicht in der Schule angekommen, .... unter mysteriösen Umständen .... sagen wir..... "verschollen". 
So, kam der schönste aller Schirme, unser bunter Syntax M, noch einmal ganz groß zum Einsatz und konnte noch einmal, meist eindrucksvoll unter Beweis stellen, wie langlebig UND leistungsstark ein solcher Schirm ist. Peter war jedenfalls mit der Kappe immer ganz oben mit dabei. Die eigens für diesen Sondereinsatz konstruierte Beschleunigung (nur aus Fangleinen gebastelt), tat außerdem gute Dienste.
Eine andere, sehr seltsame Konstruktion zeigte ein schweizer Pilot.

Der "Cage", - wohl eine spanische Erfindung. 
Der Pilot hängt nur an einem einzigen Karabiner unter dem "Rohrgestell" und steuert dabei lediglich über das Verwinden der Fläche. Spezielle Zugvorrichtungen ermöglichen das "Ohren anlegen" und den B-Stall. Wie man bei einer Klappung die eingeklappte Seite allerdings wieder freibremsen kann blieb offen? Der "Cage" hat jedenfalls keine Steuerleinen !
Ich denke,... interessant aber sicherlich gewöhnungsbedürftig - und - wird sich wohl kaum durchsetzen.

Auf Grund des Reiseberichtes von Castelluccio im letzten Jahr 2006 wollte nicht wenige Teilnehmer der Reise auch gerne mal bei schlechtem Wetter nach Rom um unseren Papst zu besuchen. 
Leider spielte aber wieder einmal das Wetter nicht mit, und wir mussten jeden Tag fliegen. 
 

Wow, oder ? Diese Landschaft zieht einem doch glatt die Socken aus... 

Fliegen in Castelluccio heißt, Startwind-Soaring und eingelagerte Thermiken ermöglichen unvermutetes Steigen.
Gut, dass alle, auch Peter, letztlich eine funktionierende Beschleunigung hatten, die wirklich gebraucht wurde.
So versuchte ein österreichischer Pilot bei gemessenen (bis zu) 55km/h Wind eine Toplandung und demonstrierte einen perfekten Rückwärtsüberschlag in den Stand beim Touch-Down. 
Ein Abflug ins Tal war bei diesen Verhältnissen nicht mehr möglich... ... Wir beschlossen schon vorher, gar nicht erst zu starten.

Soaren am Fontanile über dem Piano Grande

Tja, - Manfred hatte 2 kleine Büchsen Bier von zu Hause mitgebracht und ließ die gute, alte Fliegertradition vom "Landebier" hochleben.
Nun mögen sich alle alten Castelluccio-Reisende über den Landeplatz wundern.... 

ja,ja... - zu Recht........ aber .... man muss ja nicht immer über alles ganz genau berichten..... oder?

Jedenfalls freuten sich alle über diese kleine Erfrischung.

Starkwindstart am "Steinbruch" bei 30km/h Wind

Manfred beim Bodensoaren - Toplandung zur Darbringung kleiner Rauch-Opfer um die Götter der Winde zu besänftigen inbegriffen.

Blick vom Parkplatz am Refugio Perugia auf Castelluccio (Mitte des Bildes) und dem wohl größten Landeplatz Europas.

IIch glaube, dass jeder in der Gruppe in dieser Woche sein ganz persönliches Highlight erlebt hat. Dank Siggi wurde sogar eine neue Streckenflugroute eröffnet.... 

Weinseelig verliefen die gemeinsamen Abende die,  in römischer Tradition, den üppigen Fressgelagen folgten. Klar, dass der ein oder andere Grappa da zur Verdauung fällig wurde. 
Meine Lederallergie machte sich so morgens wieder bemerkbar. 
(immer wenn ich nach einem solchen Abend vergesse, die Schuhe im Bett auszuziehen, habe ich morgens nämlich Kopfschmerzen!)

Es war eine schöne Urlaubswoche mit Euch !

Vielen Dank Siggi, Jens, Karlheinz, Peter, Jörg, Erwin, Manfred, Richard und Helmut für die netten Abende nach windigen Flügen, - für Eure nette Gesellschaft, bei der mir nie langweilig wurde. 
Ich fahre jederzeit gerne wieder mit Euch weg. 

Bis zum nächsten Mal!

Ralf







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