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Folgende Pressemitteilung von uns wurde kürzlich veröffentlicht:
NOVA PHORUS BEI DER 1. DAEC GLEITSCHIRMSCHULE
IM DAUERTEST
523 Stunden Stress NOVA und die 1. DAeC-Gleitschirm-Schule führten in den vergangenen zwei Jahren einen groß angelegten Dauer-Praxistest mit einem Gleitschirm PHORUS M durch.
Der Test sollte unter realistischen Bedingungen Schulung am Übungshang sowie Höhenflüge die Dauerhaftigkeit von Tuch, Leinen und Verarbeitung überprüfen. NOVA nähte zu diesem Zweck einen Schirm aus dem neuen Gelvenor-Material mit unterschiedlichen Farben. Als Beleinung kam die neue Lyros PPSL zum Einsatz. Zum direkten Vergleich wurden parallel dazu auch andere Materialien getestet.
Die folgenden Angaben stammen also NICHT von NOVA, sondern von der 1. DAeC Gleitschirm-Schule, die den Test durchgeführt hat.
DAUERTEST PHORUS M Daten:
Inbetriebnahme 07.07.02
Einsatz:
22 Wochen in Grundkursen
17 Wochen bei Höhenflug/Abschlusskursen
1 Woche Lehrer
1 Wochenendsonderkurs |
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Dokumentierte Übungen und Flüge:
761 Aufziehübungen auf der Wiese
526 Füge 40 bis 100m
231 Flüge 300 bis 500m
49 Flüge > 500m
Dokumentierte Stunden bis 1.1.04 523 Betriebstunden total
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MESSWERTE LUFTDURCHLÄSSIGKEIT
Luftwerte Gelvenor nach dieser Zeit:
In den mittleren Zellen 5000 bis 8000 Sekunden (Kofferkretschmer). Die Werte in den Außenzellen betrugen über 10.000 sec. Die Messung wurde nach 3 Stunden dann (verständlicherweise) abgebrochen. Der Grenzwert für den 2-Jahres-Check beträgt bei Nova für diese
Kretschmer-Uhr 50 sec.
Eine 1:1 Messung mit anderen, aktuellen Schirmtüchern ergab bereits Luftwerte in den mittleren Zellen von knapp. 1.000 Sekunden also einem Fünftel der Werte für das
Gelvenor-Tuch! Früher verwendete Tücher hätten nach 500 Std. bereits Werte im Bereich oder schon unter dem Grenzwert von 50 sec geliefert die Lebenserwartung des Tuches wurde bei Kundenanfragen von mir früher immer mit 300500 Std. angegeben.
Bei durchschnittlich 30 Flügen pro Jahr entspricht dies einer Lebenserwartung von ca. 10 Jahren. |
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Diese Tücher fielen im Gegensatz zum Gelvenor dadurch auf, dass sie im Alter deutlich mehr Feuchtigkeit aufnahmen, schwerer wurden und sich das Aufziehverhalten der Schirme signifikant verschlechterte.
Auffällig weiter:
Das Gelvenor Tuch bleicht nicht oder nur extrem wenig aus! Die Farbintensität war auch nach über 500 Std. noch gut.
Noch erwähnenswert:
Leichte Delaminierung ist an den Nähten ist sehr schnell erkennbar gewesen hat sich aber während der gesamten Testdauer nicht verschlechtert und ist daher als unbedeutend einzustufen.
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MESSWERTE LEINENFESTIGKEIT
Die Reißwerte nach 150 Std. , 300 Std. als auch nach 500 Std. betrug immer ca. 250 daN pro Leine. Tendenz gleich bleibend.
Hier ist eine deutliche Verbesserung der Leinenqualität zu erkennen. Die Stammbeleinung früher verwendeter Materialien musste im Laufe eines Gleitschirmlebens bestimmt einmal ausgetauscht werden. Früher betrug die Lebenserwartung noch ca. 250 Std. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang erscheint mir eine gewisse Sorglosigkeit des Gleitschirmpiloten im Umgang mit seinen Leinen. Jeder Hängegleiter-Pilot weiß, dass er seine Unter- und Oberverspannung nach ca. fünf Jahren austauschen sollte und wird dies auch ohne Murren tun. Der Gleitschirm-Pilot ist sich über die Notwendigkeit der Erneuerung seiner Stammbeleinung nicht im Klaren, hängt er doch an soooo vielen Leinen. Hier gilt es, Aufklärung zu betreiben: … Mindestens die Stammleinen UND die Aufhängekarabiner sollten nach ca. 250 Flugstunden (oder beim 2. 2-Jahrescheck) getauscht werden. Diese Empfehlung braucht für die im Test-Phorus verwendete Leine nun nicht mehr ausgesprochen zu werden.
VERSUCH EINES KURZFAZITS
Porosität und Farbe Welche Farbe altert schneller? Eine Frage, die mir fast jeder potentielle Schirmkäufer oft stellt. Da die Luftdurchlässigkeit der mittleren Zellen auch nach 500 Std. Betriebsdauer immer noch mindestens 100fach über dem Grenzwert liegt, kann man hier wohl mit ruhigem Gewissen sagen: Quod libet, wie es Euch beliebt. Kauft die Farbe, die Euch gefällt ! Es gibt keine signifikant schlechte Farben bei den Gelvenor-Tüchern im Schirm. Der Grenzwert für die Luftdurchlässigkeit wurde nicht annähernd erreicht und wird auch nach weiteren 200 Std. angestrebter Betriebszeit nicht erreicht werden.
Leinenfestigkeit Die Lyros-Leinen dürften ein Gleitschirmleben lang halten. Die Stammleinen haben auch nach 500 Std. Betriebsdauer eine Bruchlast, die weit über der Bruchlast vergleichbarer, früherer Materialien liegt. Andere Beleinungen bedürfen nach ca. 250 Stunden Betriebsdauer einer gründlichen Überprüfung voraussichtlich einer Erneuerung.
Verarbeitung Kurz berichtet: es hat alles gehalten. Die Schüler haben es nicht fertig gekriegt, irgendeine Naht aufzureißen oder sonstige Beschädigungen herbeizuführen. Lediglich ein paar Grashüpfer, eingesperrt zwischen farbigen Tüchern, versuchten sich frei zu beißen, was ihnen auch gelegentlich, zumindest wenn nur einlagig eingewickelt, gelang. Deshalb die Empfehlung am Rande: Packt diese kleinen Tierchen NIE in Euren Schirm ein! Sie werden sich sonst mit kleinen Löchern bedanken.
Schöne Lösung: Neues Schirmtuch altert nicht! Die neuen Leinen altern nicht! Verarbeitung tadellos.... irgendwo muss der Haken noch kommen !
Ein Problem ist die Dimensionsinstabilität von Leinen (Schrumpfung und Dehnung) und die damit verbundene sich ändernde Gesamttrimmung, die wiederum die Aerodynamik und damit die Sicherheit des Systems beeinflusst.
Hier liegt eine besondere Verantwortung bei der Durchführung der 2-Jahres-Checks, die möglichen aufkommenden Trimmungsproblemen entgegenwirken muss. Dies gilt insbesondere auch für die evt. ungleichmäßige Schrumpfung der einzelnen Leinenebenen auf Grund der Auftriebsverteilung (Gegenkraft) an der Fläche. So wird ein Schirm von der Leinen-Einschlaufung am Tragegurt ausgehend meist mit zunehmendem Alter "schneller" getrimmt werden müssen um eine eventuell vorhandene, ungleiche Schrumpfung wieder auszugleichen.
Hier ist ausschließlich der Fachmann gefragt. Von "Selbstcheck-Aktionen" ist dringend abzuraten - nicht nur aus diesem Grunde.
Was wird aus dem Test-Phorus ?
Der Schirm wird plangemäß in der Schule noch bis 700 Std. Testdauer geflogen und dann ausgemustert. Abschließend werden noch alle Leinen zerrissen.
Wenn man bedenkt, dass die Kappe dann fast 2 Jahre Non-Stop (!! allerdings mit Winterpause) im Einsatz war, kann ich mir kaum vorstellen, dass der Käufer eines Neuschirmes seinen Kauf jemals bereut, auch wenn er noch so viel damit fliegt.
Und all denen, die noch "alte Schirme" haben sei versichert:
Es gibt nicht viele Flieger, die Ihren Schirm bis zur Verschleißgrenze fliegen - nur wenige fallen beim 2-Jahres-Check durch. Und:
Ich hatte im letzten Jahr auf einer Clubreise die Gelegenheit, mal wieder so'n "alten Philou 29" zu fliegen....
Das war Spaß pur ! ... und... das Material hat mich dicken Moppel über eine Stunde lang ausgehalten! : |
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immer ein Schippchen Luft unter beiden Flügen, ob Gelvenor oder N1080 oder irgendein anderes "Taschentuch" wünscht
Ralf |
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