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| Eine Untersuchung
des meteorologischen Instituts der Universität München |
Das
Phänomen des bayrischen Windes
Die thermische Berg- Talwind Zirkulation, welche jeweils durch die
Einstrahlung der Sonne oder die nächtliche Abkühlung der Bergflanken
hervorgerufen wird, ist jedem ein Begriff. So wehen tagsüber an einem
normalen thermischen Tag die Winde talaufwärts mit einem
Windmaximum am Nachmittag, wobei die Zirkulation am stärksten im
Tal selbst ausgeprägt ist.
Allerdings werden in der Region um Buching bis hinter zur Talstation der
Tegelbergbahn, in der Nähe von Schloß Neuschwanstein, am
Nachmittag regelmäßig starke, vermutlich thermisch
eingeleitete Winde aus nördlicher (NNW-NNO) Richtung beobachtet. Dieses
Windphänomen, welches Windgeschwindigkeiten bis über 30 km/h aufweisen kann, ist bisher nicht
verstanden, da diese Winde relativ weit vom nächstliegenden Lechtal entfernt
sind. Die Hauptfrage lautet demnach:
Warum wird der starke Wind so weit vom eigentlichen Lechtal entfernt
beobachtet und welcher Mechanismus ruft ihn hervor?
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Dieser Fragestellung geht das Meteorologische Institut München in enger
Zusammenarbeit mit der 1. DAeC Gleitschirmschule und der Forggensee
Yachtschule nach. Geplant ist eine größere Messkampagne des Meteorologischen
Instituts München im Jahr 2005. Für den größtmöglichen Erfolg dieser
Messkampagne in 2005, wurden 2004 meteorologische Messungen und
Beobachtungen von der 1. DAeC Gleitschirmschule während der Schulung in den
jeweiligen Fluggebieten, Buchenberg und Tegelberg, durchgeführt. Hierbei
wurde der Tagesverlauf von Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Bedeckungsgrad
und Thermikstärke festgehalten, um ein erstes Bild des Phänomens
einzufangen. Aus diesen Daten wurde anschließend eine Statistik
aufgestellt mit deren Hilfe man bevorzugte Wetterlagen für das Auftreten des
Windphänomens erkennen kann. Diese Erkenntnisse fließen nun auch in die
weitere Planung für die größere Messkampagne dieses Jahr.
Für die Messkampagne sind folgende Beobachtungen geplant:
Mehrere automatische Wetterstationen werden in der Region
Buching, Tegelberg
und Lechtal aufgestellt, welche kontinuierliche Zeitreihen von Temperatur,
Feuchte, Druck, Windgeschwindigkeit und Windrichtung aufzeichnen werden. Die
vertikale Struktur des Windfeldes wird durch Pilotierung gemessen. Hierbei
wird ein mit Helium gefüllter Luftballon von zwei
Theodoliten, welche in
einem größeren Abstand voneinander stehen, verfolgt, um anschließend auf
Grund der Winkelpeilungen der zwei Geräte eine dreidimensionale Trajektorie
des Ballons zu bestimmen, die dann wiederum Aufschluss über die
Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen in den verschiedenen Höhen gibt.
Des weiteren ist der Einsatz von mit Messeinheiten für Temperatur und
Feuchte bestückten Modellflugzeugen geplant, welche zusammen mit den
Winddaten aus den Pilotierungen ein kompletteres Bild der
betrachteten Luftschichten geben werden.
Die Zielsetzung des Projekts ist die Gewinnung eines besseren Verständnisses
des Windphänomens in der Region Buching-Tegelberg. Durch die Messungen
erhofft man die Ursache des Phänomens zu finden. Schon vorab zu den
Messungen werden auch hochauflösende Wettervorhersagemodelle mit
herangezogen um einerseits zu kontrollieren, wie gut die Modelle dieses
Phänomen auflösen können und andererseits herauszufinden, wie sensitiv das
Phänomen auf bestimmte Wetterlagen reagiert. Ferner bieten Modelle die
Möglichkeit einer kompletten dreidimensionalen Darstellung, welche weitere
Aufschlüsse auf die steuernden Mechanismen geben kann.
Thomas Spengler |
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