Es sprach sich schon unter den Hotelgästen rum, dass wir das gute Wetter mibringen. Bisher war es hier die letzten Wochen ähnlich bescheiden gewesen, wie bei uns in Südbayern.

Knapp, aber gerade rechtzeitig kamen die entscheidenen Corona-Lockerungen in der Woche vor der Reise. Das Hotel, der Transport der Teilnehmer im Bus und auch allgemein die Fliegerei in Frankreich waren kein Problem mehr.
Wir, die auf einen Bus geschrumpfte Reisegruppe, erlebten dafür allerdings gleich am Samstag an unserem französischen Pendant zum Buchenberg, dem Les Saix, eine schlechte Nachricht. Der Berg ist für alle, außer der einheimischen Schule bis Oktober gesperrt, weil mit Heli-Einsatz an der Bahn gebaut wird. Es sei denn man startet 400m oberhalb des Les Saix. Nur diese Bahn macht erst später auf, da sie repariert wird. Unser Haupt-Nordstartplatz bei einer Nordwind-Vorhersage für die nächsten Tage fiel also aus.

Aber wir hatten die Sonne im Gepäck und ließen sie ab Sonntag frei, denn wir brauchten jetzt Lee-Thermik. Diese nutzten wir dann in Mieussy mit einem meist langen und teilweise hohen Flug aus, bevor es dann zu windig und bockig wurde.
Karin und Mario knackten gleich mal ihren persönlichen Rekord in der Flugdauer

Abends wurde wie immer geschlemmt, allerdings ohne Handy kein Essen. Die Speisekarte (Corona bedingt) gab es als QR-Code. Ganz mein Ding - zum Glück wusste Elodie was ich gewöhnlich aß.

Am Montag war starker NO-Wind angesagt. "Ideal" für Passy mit seinem tief liegenden Startplatz und der hohen Wand im Rücken. Südseitig scheint die Sonne drauf und schon früh ging es recht thermisch zu.

Beim zweiten Durchgang kratzte der ein oder andere auch mal an der Wolke. Während Friedel vorzeitig eine Vereisung in der Höhe  verhinderte, war es am Landeplatz vor Hitze kaum auszuhalten.
Zu einem weiteren Flug konnte sich keiner richtig durchringen und so mancher verschwand vor dem Essen im Pool.

Chamonix habe ich so noch nie erlebt. Kaum Leute im Ort, fast kein Verkehr und am Startplatz waren ca. 10 Piloten außer uns.

Doch der Dienstag hielt sich mit der Thermik nicht zurück und die üblichen Verdächtigen wie Dieter, Robert und Friedel flogen nach Passy und die anderen blieben vor Ort, bis Ihnen das Geruckel reichte.

Tal von Chamonix
Tal von Passy

Passy wirkte thermisch schlapp. Deshalb holten wir die Ausreißer ab und machten noch einen erfolgreichen Abstecher nach Mieussy. Stundenflüge wurden geschafft und Dieter machte seine zweite "Außenlandung" am heutigen Tag in Samoëns. Ein paar konnte ich auch zum rückwärtigen Aufziehen mit Vorwärtsstart überreden.

Der Tag startete am La Bourgoise mit einem ruhigen Gleitflug und einem dazu gehörigen kleinen Aufstieg.

Anschließend sind auf der Fahrt zum Saleve in Mieussy hängen geblieben. Dort hat Karin dann mit ihrem ersten 2 Stundenflug ihr Gesellenstück abgelegt. Dieter zog es wieder nach Samoëns und alle anderen konnten sich so lange halten wie sie wollten. Es war mittlerweile sehr warm , eher heiß, und kühle Getränke lockten mehr Fans an, als ein weiterer Flug. Zumal manch einer unserer Piloten sich beim Fliegen schon Blasen am Hintern geholt hatte.

Letzter Flugtag war der Donnerstag und den absolvierten in Chamonix. Dort war als erstes mit Thermik zu rechnen, auch weil gegen später mit Überentwicklung zu rechnen war.
Die Thermik war gleich so gut, dass man den Seilen der Bahn deutlich ausweichen musste, um unter ihnen durch zu tauchen.

Im Geardeausflug konnte man gleich mal 200m Höhe machen und nahezu im Direktflug nach Passy fliegen. Das machten auch die üblichen Verdächtigen - uuunnd Karin. Das anschließende Grinsen blieb in Stein gemeißelt. Siggi , Mario und Hartmut erkundeten das Tal von Chamonix, bis sie die Thermik mit dem teilweise kräftigen Werten leid waren.

Es war heiß und die Wolken bauten auf und wir saßen im Schatten eines Pavillions in Passy. Dort tranken wir auf Karins bisherigen erfolgreichsten Flug ein kühles Nass. Auf den Versuch eines weiteren Fluges verzichteten wir und ließen es gemütlich ausklingen.

Wir hatten eine tolle Woche und Corona schränkte uns nahezu nicht ein, was aber eine Woche vorher alles noch nicht abzuschätzen war. Mit dem Wetter hatten wir wieder einmal ein riesiges Glück. Es kamen zwar "nur" 8 Flüge zusammen, aber ein paar hatten Durchschnittsflugzeiten von über einer Stunde. Auch die Starts und Landungen waren qualitätiv gut und sicher. Alle waren zufrieden, glücklich und gesund.
Ich danke Euch allen für Eure Teilnahme und freue mich schon aufs nächste Mal.

A Bientôt,
Hajo

1 Kommentar

  • Karin Austen,

    Wie immer eine tolle Reise mit lieben Freunden und unserem „Wettergott“ Hajo. Immer das richtige Feeling für die Wahl unseres Startplatzes. Das eingemeißelte Grinsen wird sich noch eine Weile halten mit der Vorfreude auf die nächste Reise. Mario & Karin

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